Der Einkauf hat sich verschoben: Große B2B-Kunden fragen nicht mehr nur nach Preis, Menge und Lieferzeit, sondern nach dem CO2-Fußabdruck jedes einzelnen Artikels. Sie brauchen diese Werte für ihre eigene Klimabilanz, für Ausschreibungen und für die Berichte, die sie gegenüber ihren Kunden und dem Gesetzgeber schulden. Seit dem 1. Januar 2026 läuft der europäische CO2-Grenzausgleich CBAM in seiner Regelphase mit einer Zertifikatspflicht für importierte Emissionen (Europäische Kommission), und die Anforderung, produktgenaue Klimadaten zu liefern, wird von großen Abnehmern Stufe für Stufe an ihre Lieferanten durchgereicht. Für den B2B-Handel heißt das: Der Shop wird zum ESG-Datenlieferanten. Wer den Product Carbon Footprint je Artikelnummer sauber pflegt und ausweist, verschafft seinen Kunden einen Vorteil in deren Bilanz - und sich selbst einen im Vergabeprozess. Wer die Daten nicht liefert, verliert Ausschreibungen an Wettbewerber, die es können. Dieser Artikel zeigt, was ein Product Carbon Footprint ist, woher die Werte kommen und wie man sie je Artikel in einem Shopware-Shop pflegt und sichtbar macht.
Das Wichtigste in Kürze
- B2B-Einkäufer fordern CO2-Werte je Artikel, weil der größte Teil ihres Fußabdrucks in der Lieferkette liegt: Vorgelagerte Scope-3-Emissionen sind im Schnitt rund das Elffache der direkten Emissionen (CDP).
- Der Product Carbon Footprint folgt anerkannten Regeln - dem GHG Protocol Product Standard (GHG Protocol) und der ISO 14067 (ISO) - und wird in CO2-Äquivalenten angegeben. Ohne Angabe der Systemgrenze ist ein Wert nicht vergleichbar.
- Die Werte mischen Primärdaten aus realen Prozessen mit Sekundärdaten aus Ökobilanz-Datenbanken. Für den Austausch entstehen Standards wie das Pathfinder Framework (WBCSD) und Catena-X (Catena-X).
- Im Shop gehört der PCF als eigenes Zahlenfeld an den Artikel, mit getrennten Feldern für Einheit, Bezugsgröße, Methode, Systemgrenze, Datenquelle und Erhebungsdatum - gepflegt im PIM statt als Fließtext in der Beschreibung.
- Sichtbar wird der Wert auf der Produktseite, als Summe im Warenkorb und in den Belegen. Den Vertriebsvorteil bringt der Export als PDF und CSV, den der Einkauf ohne Nacharbeit übernehmen kann.
Warum B2B-Einkäufer jetzt CO2-Daten je Artikel fordern
Der Druck kommt nicht aus dem Marketing, sondern aus der Bilanz der Kunden. Für die meisten Unternehmen liegt der größte Teil ihres CO2-Fußabdrucks nicht im eigenen Betrieb, sondern in der Lieferkette. Nach Auswertungen der Klimaberichtsplattform CDP sind die vorgelagerten Scope-3-Emissionen im Schnitt rund das Elffache der direkten Emissionen eines Unternehmens (CDP). Wer seine eigene Klimabilanz senken oder auch nur korrekt berichten will, muss deshalb wissen, wie viel CO2 in den eingekauften Waren steckt - und genau das kann nur der Lieferant liefern. Ein Einkäufer, der zwischen zwei technisch gleichwertigen Angeboten wählt, entscheidet zunehmend danach, welcher Lieferant den Fußabdruck je Position transparent ausweist und welcher nur mit Pauschalaussagen antwortet.
Dazu kommt der regulatorische Rahmen. Der CO2-Grenzausgleich CBAM verlangt seit Januar 2026 in der Regelphase, dass Importeure für die eingebetteten Emissionen bestimmter Waren Zertifikate erwerben; erfasst sind zunächst Zement, Eisen und Stahl, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff (Europäische Kommission). Parallel verpflichtet die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattung große Unternehmen dazu, auch Emissionen entlang der Wertschöpfungskette offenzulegen (Europäische Kommission) - eine Anforderung, die diese Unternehmen an ihre Zulieferer weitergeben, selbst wenn der Zulieferer selbst nicht direkt berichtspflichtig ist. Öffentlich sichtbar wird der Trend bereits im Markt: Ein großer B2B-Versandhändler weist nach eigener Darstellung den Product Carbon Footprint für rund 60.000 Produkte aus und stützt sich dabei auf das GHG Protocol und die ISO 14067 (retail.at). Wer im B2B verkauft, wird diese Frage in den kommenden Jahren immer häufiger im Lastenheft finden.
Ausschreibungen
Öffentliche und große private Vergaben verlangen zunehmend produktbezogene CO2-Angaben. Fehlt der Wert, fällt das Angebot in der Bewertung zurück oder ganz heraus.
Kundenbilanz
Ihre Kunden brauchen den Fußabdruck der eingekauften Ware für ihre eigene Scope-3-Bilanz. Ihr Artikelwert wird zur Eingangsgröße in deren Klimarechnung.
Berichtspflichten
Große Abnehmer reichen Anforderungen aus CSRD und CBAM an ihre Lieferanten weiter, damit ihre eigenen Berichte belastbar sind.
Wettbewerb
Wer produktgenaue Werte liefert, sticht bei sonst gleichen Angeboten heraus. Nachhaltigkeit wird zum messbaren Geschäftstreiber im Einkauf (EcoVadis).
Grenzausgleich
CBAM belegt importierte Emissionen mit Kosten. Wer die Emissionen seiner Produkte kennt, kann Angebote und Beschaffung darauf ausrichten.
Lieferkette
Die Anforderung wird von Stufe zu Stufe durchgereicht. Was der Endkunde vom Hersteller verlangt, verlangt der Händler vom Vorlieferanten.
Was der Product Carbon Footprint genau ist
Der Product Carbon Footprint, kurz PCF, ist die Menge an Treibhausgasen, die über einen definierten Lebensabschnitt eines Produkts entsteht, ausgedrückt in CO2-Äquivalenten (CO2e). Das Äquivalent fasst verschiedene Treibhausgase - neben Kohlendioxid etwa Methan und Lachgas - über ihr jeweiliges Treibhauspotenzial zu einer einzigen Kennzahl zusammen. Der PCF ist kein frei erfundener Wert, sondern folgt anerkannten Bilanzierungsregeln. Die beiden maßgeblichen Grundlagen sind der GHG Protocol Product Standard (GHG Protocol) und die Norm ISO 14067 (ISO), die beide auf der allgemeinen Ökobilanz-Methodik nach ISO 14040 und ISO 14044 aufsetzen (ISO). Sie legen fest, welche Emissionen einbezogen werden, wie man mit Mehrprodukt-Prozessen umgeht und wie das Ergebnis dokumentiert wird.
Entscheidend ist die Systemgrenze - also, welcher Teil des Lebenswegs mitgezählt wird. Am häufigsten sind zwei Varianten. Cradle-to-gate erfasst alle Emissionen von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor des Herstellers, also Vorprodukte, Vorkette und Produktion. Cradle-to-grave rechnet zusätzlich Distribution, Nutzungsphase und Entsorgung hinzu. Für den B2B-Handel ist meist der cradle-to-gate-Wert der praktikable Einstieg, weil er belastbar ermittelbar ist und die Nutzungsphase eines Vorprodukts oft gar nicht sinnvoll dem Händler zurechenbar ist. Wichtig ist, die gewählte Grenze klar auszuweisen: Ein Wert ohne Angabe der Systemgrenze ist wertlos, weil er nicht vergleichbar ist. Die Faustregel lautet, die Methode und die Systemgrenze immer sichtbar an den Wert zu hängen.
CO2e, nicht nur CO2
Woher die Werte kommen: Primär- und Sekundärdaten
Die Qualität eines PCF steht und fällt mit der Datengrundlage. Man unterscheidet zwei Quellen. Primärdaten stammen direkt aus dem realen Prozess - der tatsächliche Energieverbrauch einer Produktionslinie, die konkrete Materialzusammensetzung, die reale Transportstrecke. Sekundärdaten kommen aus Durchschnittswerten und Ökobilanz-Datenbanken, etwa hinterlegten Emissionsfaktoren für Materialien und Energieträger (ecoinvent). In der Praxis ist ein PCF fast immer eine Mischung: Für die eigenen Prozesse nutzt man Primärdaten, für Vorprodukte greift man auf Lieferantenangaben oder, wo diese fehlen, auf Datenbankwerte zurück. Je höher der Anteil echter Primärdaten aus der Kette, desto belastbarer und desto niedriger meist die Unsicherheit des Ergebnisses.
Für den Austausch echter Primärdaten zwischen Unternehmen entstehen derzeit Standards, die den PCF von einer internen Schätzung zu einer weitergebbaren Kennzahl machen. Die Partnership for Carbon Transparency mit ihrem Pathfinder Framework definiert, wie Unternehmen produktbezogene CO2-Werte maschinenlesbar und methodisch einheitlich austauschen (WBCSD). In der Automobilbranche setzt das Datenökosystem Catena-X vergleichbare Regeln für den PCF-Austausch entlang der Kette (Catena-X). Für Transport- und Logistikemissionen liefert das GLEC Framework eine anerkannte Berechnungsgrundlage (Smart Freight Centre), und für Bauprodukte existieren mit Umweltproduktdeklarationen nach EN 15804 fertige, geprüfte Datenblätter (ISO). Wer im Shop CO2-Werte ausweisen will, muss diese Quellen kennen, weil sie bestimmen, wie glaubwürdig und wie vergleichbar der ausgewiesene Wert am Ende ist.
| Kriterium | Primärdaten | Sekundärdaten |
|---|---|---|
| Herkunft | Realer Prozess, gemessen | Datenbank und Durchschnittswerte |
| Genauigkeit | Hoch, produktspezifisch | Grob, für die Kategorie typisch |
| Aufwand | Höher, Erhebung nötig | Geringer, sofort verfügbar |
| Einsatz | Eigene Prozesse, Kernlieferanten | Vorprodukte ohne eigene Angabe |
| Aussagekraft | Belastbar für Ausschreibung | Guter Startwert, später verfeinern |
CO2-Werte je Artikelnummer in Shopware pflegen
Technisch ist der PCF im Kern ein zusätzliches Attribut am Artikel - vergleichbar mit Gewicht, Abmessung oder Zolltarifnummer. In einem Shopware-Shop lässt sich dieses Attribut über zusätzliche Felder am Produkt abbilden: ein Zahlenwert für den Fußabdruck, ein Feld für die Einheit und Bezugsgröße, ein Feld für die Methode und die Systemgrenze sowie ein Feld für die Datenquelle und das Erhebungsdatum. Damit wird der Wert nicht nur angezeigt, sondern strukturiert gespeichert, sodass er sich filtern, exportieren und in Belege übernehmen lässt. Der Fehler, den es zu vermeiden gilt, ist der freie Text im Beschreibungsfeld: Ein CO2-Wert, der nur als Fließtext irgendwo in der Artikelbeschreibung steht, ist für Auswertung und Export unbrauchbar.
Bei wenigen Dutzend Artikeln kann man die Werte manuell pflegen. Bei Tausenden oder Zehntausenden Artikeln führt kein Weg an einer Anbindung an das führende Datensystem vorbei. Sinnvollerweise ist die Quelle der Wahrheit für den PCF nicht der Shop, sondern das PIM oder ein spezialisiertes Nachhaltigkeitswerkzeug, aus dem der Wert je Artikelnummer in den Shop gespielt wird - genauso, wie Preise und Bestände aus ERP und Warenwirtschaft kommen. So bleibt der Wert zentral pflegbar, versioniert und über alle Kanäle konsistent. Ändert sich der Strommix eines Werks oder die Materialzusammensetzung, wird der Wert an einer Stelle aktualisiert und fließt automatisch in den Shop, in Angebote und in die Exporte.
- Eigenes Zahlenfeld für den PCF je Artikel, nicht als Fließtext in der Beschreibung
- Getrennte Felder für Einheit, Bezugsgröße, Methode und Systemgrenze
- Feld für Datenquelle und Erhebungsdatum zur Nachvollziehbarkeit
- Pflege im PIM als Quelle der Wahrheit, automatische Übergabe in den Shop
- Versionierung, damit alte Angebote den damals gültigen Wert behalten
- Exportierbar als CSV und als PDF-Datenblatt für den Einkauf des Kunden
Ein Feld, viele Ausgaben
Wie der CO2-Wert im Shop sichtbar wird
Ist der Wert sauber gepflegt, geht es um die Darstellung. Der erste Ort ist die Produktdetailseite: Dort steht der Fußabdruck je Stück oder je Bezugsgröße, gut sichtbar neben den technischen Daten, mit Angabe von Einheit, Methode und Systemgrenze. Der zweite Ort ist der Warenkorb und der Checkout: Aus den Einzelwerten und Mengen lässt sich der Fußabdruck der gesamten Bestellung aufaddieren, sodass der Einkäufer sofort sieht, welche CO2-Last seine Beschaffung auslöst. Der dritte Ort sind die Belege - Angebot, Auftragsbestätigung und Rechnung -, in denen der Wert je Position und als Summe erscheint, damit der Kunde ihn direkt in seine eigene Bilanz übernehmen kann. Wie Angebote im B2B strukturiert und rechtssicher entstehen, hängt eng mit der E-Rechnung und strukturierten Belegen zusammen.
Für professionelle Einkäufer ist der wertvollste Baustein der Export. Ein Datenblatt je Artikel oder ein Sammelexport über den kompletten Warenkorb - als PDF für den Menschen und als CSV oder strukturierte Datei für das System - macht den PCF anschlussfähig an die Beschaffungs- und Bilanzsoftware des Kunden. Genau hier entsteht der Vertriebsvorteil: Nicht die schön gerenderte Zahl im Frontend gewinnt die Ausschreibung, sondern die saubere, exportierbare, methodisch dokumentierte Angabe, die der Einkäufer ohne Nacharbeit in seine Systeme übernehmen kann. Im Kundenportal lässt sich das mit einer Historie verbinden, sodass ein Kunde die CO2-Werte seiner Bestellungen über das Jahr auswerten kann - ein Thema, das eng mit anderen Selfservice-Funktionen im B2B-Portal verzahnt ist.
Produktdetailseite
Der Fußabdruck je Stück steht sichtbar bei den technischen Daten, mit Einheit, Methode und Systemgrenze - nicht versteckt im Fließtext.
Warenkorb und Checkout
Aus Einzelwerten und Mengen wird der Fußabdruck der gesamten Bestellung aufaddiert und dem Einkäufer vor dem Abschluss gezeigt.
Export für den Einkauf
Ein Datenblatt als PDF und eine strukturierte CSV-Datei machen den PCF direkt anschlussfähig an die Bilanzsoftware des Kunden.
Historie im Portal
Im Kundenportal lassen sich die CO2-Werte vergangener Bestellungen sammeln und über Zeiträume auswerten - passend zur Berichtslogik der Kunden.
CBAM, Berichtspflichten und der rechtliche Rahmen
Der PCF ist zunehmend nicht nur ein Verkaufsargument, sondern die Antwort auf konkrete Pflichten der Kunden. Der CO2-Grenzausgleich CBAM verlangt in der seit Januar 2026 laufenden Regelphase für die erfassten Warengruppen den Nachweis der eingebetteten Emissionen und den Erwerb von Zertifikaten durch den Importeur (Europäische Kommission). Wer solche Waren liefert oder verarbeitet, wird nach diesen Emissionswerten gefragt. Parallel verpflichtet die Nachhaltigkeitsberichterstattung große Unternehmen, ihre Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen und offenzulegen (Europäische Kommission); der Umfang der betroffenen Unternehmen wurde 2025 im Zuge einer Vereinfachung neu justiert, die grundsätzliche Pflicht zur Wertschöpfungskette bleibt jedoch bestehen. Beides führt dazu, dass produktgenaue CO2-Daten von der Kür zur geforderten Angabe werden.
Wichtig ist die klare Abgrenzung: Wer CO2-Werte ausweist, macht Aussagen, die belegbar sein müssen. Vage oder geschönte Angaben sind nicht nur ein Reputationsrisiko, sondern können wettbewerbsrechtlich angreifbar sein. Die Konsequenz für den Shop ist Nüchternheit: Werte mit Methode, Systemgrenze, Datenquelle und Datum ausweisen, Unsicherheiten benennen, keine pauschalen Klima-Etiketten ohne Grundlage verwenden. Ein transparenter, methodisch dokumentierter Wert überzeugt professionelle Einkäufer mehr als ein grünes Siegel ohne Substanz - und schützt zugleich vor dem Vorwurf, mit unbelegten Umweltaussagen zu werben.
Belegbar statt geschönt
Datenqualität und Vergleichbarkeit sichern
Das größte praktische Problem ist nicht die Anzeige, sondern die Vergleichbarkeit. Zwei Werte für scheinbar gleiche Produkte lassen sich nur vergleichen, wenn Systemgrenze, Bezugsgröße und Methode identisch sind. Ein cradle-to-gate-Wert je Stück und ein cradle-to-grave-Wert je Kilogramm sind schlicht verschiedene Dinge. Deshalb ist die konsequente Mitführung der Metadaten - Methode, Grenze, Einheit, Quelle, Datum - keine Formsache, sondern die Voraussetzung dafür, dass der Wert überhaupt genutzt werden kann. Für die eigene Glaubwürdigkeit ist es besser, einen ehrlichen Sekundärdatenwert mit klarer Kennzeichnung auszuweisen als einen scheingenauen Primärwert ohne Herkunft.
Pragmatisch bewährt sich ein Reifegradmodell. Man beginnt mit Sekundärdaten aus anerkannten Datenbanken für die wichtigsten Warengruppen, kennzeichnet diese klar als Durchschnittswerte und ersetzt sie Schritt für Schritt durch Primärdaten der eigenen Prozesse und der Kernlieferanten. So entsteht früh ein nutzbarer, ehrlicher Wert, der mit der Zeit genauer wird, statt jahrelang auf die perfekte Vollerhebung zu warten. Dieses schrittweise Vorgehen passt zu jeder soliden Shopware-Umsetzung mit sauberer Datenbasis, weil dieselben Kanäle, die Preise und Bestände aktuell halten, auch die CO2-Werte pflegen und verbessern können. Vergleichbare Reifegrad-Ansätze für datengetriebene B2B-Prozesse finden sich in unseren Projektbeispielen.
Ein CO2-Wert ohne Methode, Systemgrenze und Datenquelle ist keine Angabe, sondern eine Behauptung. Erst die mitgeführte Herkunft macht aus einer Zahl eine belastbare, vergleichbare und exportierbare Kennzahl.
Schritt für Schritt zum PCF im Shop
Der Weg zum ausgewiesenen Product Carbon Footprint beginnt nicht mit der Anzeige im Frontend, sondern mit der Datenstruktur dahinter. Wer zuerst die Felder, Quellen und Metadaten klärt, kann die Ausweisung anschließend an vielen Stellen ausrollen, ohne widersprüchliche Werte zu erzeugen. Sinnvoll ist ein Vorgehen in überschaubaren Schritten, das früh einen nutzbaren Wert liefert und ihn dann verfeinert. Die folgende Reihenfolge hat sich für B2B-Shops bewährt, die den PCF vom Konzept in die produktive Nutzung bringen wollen. Welche Bausteine für Ihr Sortiment und Ihre Kunden zuerst zählen, hängt davon ab, welche Warengruppen bereits heute in Ausschreibungen nach CO2-Werten gefragt werden.
- Datenmodell festlegen: Felder für Wert, Einheit, Bezugsgröße, Methode, Systemgrenze, Quelle und Datum
- Quelle der Wahrheit bestimmen: PCF im PIM oder Nachhaltigkeitswerkzeug pflegen, nicht im Shop
- Startwerte setzen: Sekundärdaten für die wichtigsten Warengruppen, klar als Durchschnitt gekennzeichnet
- Anbindung bauen: automatische Übergabe der Werte je Artikelnummer in den Shopware-Shop
- Ausweisung ausrollen: Produktdetailseite, Warenkorb-Summe, Belege und Export für den Einkauf
- Primärdaten nachziehen: Kernlieferanten und eigene Prozesse Schritt für Schritt auf echte Messwerte umstellen
Wer den Product Carbon Footprint als strukturiertes Datenfeld begreift und nicht als grüne Dekoration, verwandelt eine wachsende Kundenanforderung in einen konkreten Vertriebsvorteil. Der Shop liefert dann genau die Daten, die der Einkäufer für seine Bilanz und seine Ausschreibung braucht - je Artikel, methodisch dokumentiert und ohne Nacharbeit übernehmbar. Diese Anforderung greift zunehmend in andere Entwicklungen im B2B-Handel über, etwa wenn KI-Agenten künftig im Shop bestellen und dabei auch nach CO2-Kriterien filtern, oder wenn die automatische Bonitätsprüfung und die CO2-Ausweisung gemeinsam Teil eines belastbaren, datengetriebenen Angebots werden. Welche Schritte für Ihren Shop sinnvoll sind, klären wir gern im direkten Gespräch.