Kurz und einfach erklärt
Viele Händler bestellen Ware für den Frühling schon im Herbst. Das nennt man Vororder. Dieser Text zeigt, wie das im Shop geht.
Jeder Artikel hat eine feste Zeit zum Bestellen. Der Händler wählt für jede Zeile, wann die Ware kommt. Bis zu einem Tag darf er noch etwas ändern.
Oft zahlt der Händler erst nach der Lieferung. Das muss klar im Vertrag und auf der Rechnung stehen. Vorher prüft man, ob der Kunde zahlen kann.
Danach geht die Bestellung an das Programm für Lager und Rechnung. Die freie Version von Shopware hat dafür keine fertige Lösung. Wir bauen sie dazu.
Im Fachhandel für Garten, Zweirad, Freizeit und Bau wird die Frühjahrssaison typischerweise im Herbst und Winter bestellt. Händler legen ihre Mengen fest, bevor die erste Ware im Laden steht, und Hersteller wie Großhändler planen damit Fertigung, Einkauf und Auslieferung. In vielen Betrieben läuft diese Vororder noch über Bestellformulare als Tabelle, über E-Mails und über Gespräche auf der Hausmesse. Der B2B-Shop kennt sie nicht, obwohl er Kunden, Konditionen und Artikel längst führt. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie die Vororder als eigenen Ablauf in den Shop holen: mit Bestellfenster und Liefertermin je Saisonartikel, mit Valuta als Zahlungsziel ab Lieferung, mit Mindestmengen, Sammelauslieferung, Änderungen bis zu einem Stichtag und einer sauberen Übergabe ans ERP. Vorweg die wichtigste Einschränkung: Shopware CE bringt keine Vororder-Funktion mit. Es gibt ein Erscheinungsdatum je Artikel, das laut Dokumentation nur als Hinweis dient, denn der Artikel bleibt auch vor diesem Datum kaufbar (Shopware-Dokumentation). Alles Weitere ist Individualentwicklung, und genau die beschreiben wir hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Vororder ist eine verbindliche Bestellung in einem festen Bestellfenster vor der Saison, geliefert zu einem späteren Termin. Sie unterscheidet sich vom Rahmenvertrag mit Abrufen und von der laufenden Nachbestellung.
- Bestellfenster, Liefertermine und Mindestmenge hängen am Saisonartikel, den Liefertermin wählt der Händler je Position. Das Erscheinungsdatum in Shopware CE ist nur ein Hinweis, der Artikel bleibt vorher kaufbar (Shopware-Dokumentation).
- Valuta lässt das Zahlungsziel erst ab Lieferung laufen oder setzt ein festes Fälligkeitsdatum. Ein Zahlungsziel über 60 Tage nach Empfang der Ware ist nur wirksam, wenn es ausdrücklich vereinbart und für den Gläubiger nicht grob unbillig ist (§ 271a Abs. 1 BGB).
- Valuta ist ein Kredit über Monate: Von Januar bis Juli 2026 lagen die beantragten Unternehmensinsolvenzen um 6,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum (Destatis). Prüfen Sie Kreditlimit und Bonität vor der Freigabe.
- Vororderpreise gelten Monate im Voraus. Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im September 2026 um 8,7 Prozent über dem Vorjahresmonat (Destatis). Legen Sie fest, ob der Vororderpreis ein Festpreis ist.
- Bis zum Stichtag ändert der Händler Mengen und Lieferwellen selbst. Danach geht die Vororder als Auftrag mit Wunschtermin je Position und Valuta als Zahlungsbedingung ins ERP und wird je Welle gesammelt ausgeliefert.
Warum Saisonware ein eigenes Bestellfenster braucht
Wer Rasenmäher, Hochbeete, Fahrräder, Campingmöbel oder Baustoffe für die Gartensaison verkauft, macht einen großen Teil seines Umsatzes in wenigen Monaten. Die Ware muss zu Saisonbeginn im Regal stehen, nicht erst, wenn das Wetter umschlägt. Deshalb ordern Fachhändler typischerweise im Herbst und Winter für das Frühjahr. Der Hersteller erfährt so früh, welche Mengen er fertigen, zukaufen oder aus Übersee abrufen muss, und der Händler sichert sich Ware und Konditionen, bevor die Saison beginnt.
Wie weit Hersteller mit ihren Aufträgen vorausplanen, zeigt die amtliche Statistik. Im Verarbeitenden Gewerbe reichte der Auftragsbestand im August 2026 für 9,0 Monate (Destatis), bei den Herstellern von Konsumgütern für 4,3 Monate (Destatis). Die Reichweite gibt an, wie lange die Betriebe ohne neue Aufträge bei gleichbleibendem Umsatz mit den vorhandenen Aufträgen ausgelastet wären. Für Saisonware heißt das: Was im Herbst nicht als Auftrag vorliegt, lässt sich im Frühjahr nur begrenzt nachfertigen. Die Vororder ist deshalb für viele Hersteller eine zentrale Planungsgrundlage.
In der Praxis läuft die Vororder oft neben dem Shop her: als Tabelle zum Ausfüllen, als PDF-Formular, per E-Mail an den Innendienst oder als Liste vom Außendienst. Der Bitkom-Studienbericht zum digitalen Handel zeigt, wie verbreitet dieser Kanal ist: Unter den befragten Handelsunternehmen mit Online-Geschäft nehmen 89 Prozent Bestellungen per E-Mail an (Bitkom). Befragt wurden 505 Unternehmen aus Groß-, Einzel- und Kfz-Handel mit mindestens zehn Beschäftigten (Bitkom). Solche Bestellungen muss in der Regel jemand abtippen, prüfen und im ERP anlegen, und das in den Wochen, in denen viele Händler gleichzeitig bestellen.
Ein Vororder-Ablauf im B2B-Shop setzt an dieser Stelle an. Der Händler sieht seine Saisonartikel mit Bestellfenster, Liefertermin und Konditionen im Kundenkonto, stellt seine Vororder selbst zusammen und kann sie bis zum Stichtag anpassen. Der Innendienst prüft nur noch Ausnahmen. Wie Hersteller ihren Fachhandel insgesamt über ein Portal anbinden, beschreibt der Beitrag zum Händlerportal für Hersteller.
Vororder, Rahmenvertrag, Nachbestellung: die Abgrenzung
Vororder ist nicht dasselbe wie ein Rahmenvertrag oder eine wiederkehrende Bestellung. Die Unterschiede entscheiden darüber, welche Daten der Shop braucht und wie das ERP den Auftrag führt. Die Tabelle stellt die drei Formen nebeneinander.
| Merkmal | Vororder | Rahmenvertrag mit Abruf | Nachbestellung von Lagerware |
|---|---|---|---|
| Zeitpunkt der Bestellung | in einem festen Bestellfenster vor der Saison | Vertrag einmal, Abrufe laufend während der Laufzeit | jederzeit, nach Bedarf |
| Liefertermin | späterer Termin oder Lieferwelle je Position | je Abruf, meist kurzfristig | nach Verfügbarkeit und Lieferzeit |
| Menge | fest bestellt, mit Mindestmenge je Artikel oder Sortiment | Kontingent, aus dem abgerufen wird | einzelne Bestellung |
| Zahlung | oft mit Valuta ab Lieferung | nach Vertrag, je Abruf berechnet | nach den üblichen Zahlungsbedingungen |
| Änderungen | bis zu einem Stichtag | Abrufmengen innerhalb des Kontingents | bis zur Auftragsbestätigung |
| Zweck für den Hersteller | Fertigung und Einkauf planen | Absatz über die Laufzeit sichern | laufenden Bedarf bedienen |
Ein Rahmenvertrag regelt Preis und Menge über eine Laufzeit, der Kunde ruft daraus ab. Wie das im Shop aussieht, zeigt der Beitrag zu Rahmenverträgen und Abrufaufträgen. Wiederkehrende Bestellungen für Verbrauchsmaterial behandelt der Beitrag zur automatischen Nachbestellung im B2B, und für Lagerware mit Liefertermin aus dem ERP ist die Echtzeit-Verfügbarkeit im B2B-Shop der passende Ansatz. Die Vororder dagegen ist eine verbindliche Bestellung auf einen späteren Termin, gebündelt in einem Zeitfenster vor der Saison.
Bestellfenster und Liefertermin je Artikel
Der Kern einer Vororder sind zwei Zeiträume je Saisonartikel: das Bestellfenster, in dem der Artikel zur Vororder angeboten wird, und der Liefertermin oder die Lieferwellen, zu denen er ausgeliefert wird. Beide hängen am Artikel, nicht am Shop. Ein Rasentrimmer kann ab Februar lieferbar sein, ein Hochbeet aus Holz erst im März, ein Fahrradanhänger in zwei Wellen. Läuft das Bestellfenster ab, verschwindet der Artikel aus der Vororder oder wechselt in den normalen Verkauf mit Lieferzeit.
Shopware CE bietet dafür einen Ausgangspunkt, aber keine fertige Lösung. Jeder Artikel kann ein Erscheinungsdatum tragen. Ist es noch nicht erreicht, zeigt die Detailseite einen Hinweis, ab wann der Artikel erhältlich ist (Shopware-Dokumentation). Das Datum ist dort ausdrücklich nur als Hinweis gedacht: Der Artikel lässt sich auch vor diesem Datum kaufen (Shopware-Dokumentation). Ein Bestellfenster mit Beginn und Ende, mehrere Liefertermine je Artikel oder eine Auswahl je Position im Warenkorb gibt es im Standard nicht.
Auch die Lieferzeit im Artikel hilft nur bedingt. Sie beschreibt, wie lange die Ware ungefähr bis zum Kunden braucht, und überschreibt, wenn sie am Artikel gepflegt ist, die Lieferzeit der Versandart (Shopware-Dokumentation). Für Lagerware ist das richtig, für eine Vororder mit festem Liefertermin im Frühjahr nicht: Hier zählt kein Zeitraum ab Bestellung, sondern ein Termin im Kalender. Was je Saisonartikel gepflegt werden sollte, zeigen die sechs Felder unten.
Bestellfenster
Beginn und Ende der Vororder für diesen Artikel. Außerhalb des Fensters bestellt der Händler zu den normalen Bedingungen mit Lieferzeit.
Liefertermine und Wellen
Ein Termin oder mehrere Lieferwellen. Der Händler wählt je Position, wann die Ware kommen soll, und kann Mengen auf Wellen verteilen.
Mindestmenge
Mindestmenge je Artikel, Gebinde oder Sortiment. Der Warenkorb zeigt, wo die Grenze noch nicht erreicht ist und wie viel fehlt.
Vororderkonditionen
Rabatt oder Sonderpreis, der nur im Bestellfenster gilt, getrennt von der Preisliste für Nachorders während der Saison.
Valuta
Zahlungsziel ab Lieferung oder zu einem festen Datum, je Kunde freigegeben und als Zahlungsbedingung ans ERP übergeben.
Änderungsstichtag
Bis zu diesem Datum darf der Händler Mengen und Wellen ändern. Danach ist die Vororder verbindlich eingeplant.
Valuta: Zahlungsziel ab Lieferung
Valuta gehört im Saisongeschäft zu den Konditionen, über die Hersteller und Fachhandel verhandeln. Der Händler bestellt im Herbst, bekommt die Ware im Frühjahr und zahlt erst, wenn die Saison begonnen hat. Fällig wird die Rechnung dann nicht ab Rechnungsdatum, sondern ab Lieferung oder zu einem festen Datum. Für den Händler schont das die Liquidität vor der Saison, für den Hersteller ist es ein Argument, die Vororder früh und vollständig zu bekommen.
Rechtlich ist Valuta eine Vereinbarung über die Fälligkeit, und dafür setzt das BGB einen Rahmen. Kann der Gläubiger, hier also der Lieferant, die Zahlung erst mehr als 60 Tage nach Empfang der Ware verlangen, ist die Vereinbarung nur wirksam, wenn sie ausdrücklich getroffen und für ihn nicht grob unbillig ist (§ 271a Abs. 1 BGB). Geht die Rechnung erst nach der Ware zu, tritt der Zugang der Rechnung an die Stelle des Wareneingangs (§ 271a Abs. 1 BGB). Bei einer Valuta, die der Lieferant selbst anbietet, liegt das Augenmerk vor allem auf der Ausdrücklichkeit. Sie gehört deshalb sichtbar in die Vororderbedingungen, in die Bestellbestätigung und auf die Rechnung, nicht nur in den Kundenstamm.
Auch für den Verzug macht die Form des Termins einen Unterschied. Ist für die Zahlung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt, etwa ein festes Valutadatum, bedarf es keiner Mahnung (§ 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB). Dasselbe gilt, wenn sich der Termin von einem Ereignis an nach dem Kalender berechnen lässt, etwa als Frist ab Lieferung (§ 286 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Ohne solche Bestimmung kommt ein Firmenkunde spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung zahlt (§ 286 Abs. 3 BGB). Im Verzug beträgt der Zinssatz zwischen Unternehmen neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB), dazu kommt eine Pauschale von 40 Euro (§ 288 Abs. 5 BGB).
Ein Punkt fällt oft erst in der ersten Vororderrunde auf: die Umsatzsteuer. Bei der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten, dem Regelfall, entsteht die Steuer mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem geliefert wurde (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a UStG), unabhängig vom Valutadatum. Bei einer Valuta über mehrere Monate führt der Lieferant die Umsatzsteuer also in der Regel ab, bevor der Händler zahlt. Verlangt er eine Anzahlung auf die Vororder, entsteht die Steuer insoweit schon mit Ablauf des Zeitraums, in dem die Anzahlung eingeht (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a UStG). Beides gehört in die Liquiditätsplanung und in die Abstimmung mit der Steuerberatung.
Wirtschaftlich ist Valuta ein Kredit an den Händler, und zwar über mehrere Monate. Die Insolvenzstatistik spricht dafür, das ernst zu nehmen: In den ersten sieben Monaten 2026 registrierten die Amtsgerichte 15.185 beantragte Unternehmensinsolvenzen, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (Destatis). Auf 10.000 Unternehmen kamen in diesem Zeitraum insgesamt 42,8 Insolvenzen, im Baugewerbe 62,9 (Destatis). Prüfen Sie deshalb vor der Freigabe einer Vororder mit Valuta, ob Kreditlimit und Bonität die Summe tragen. Wie das im Shop automatisch geschieht, zeigt der Beitrag zur Bonitätsprüfung im B2B-Shop.
Valuta gehört nicht ins Kommentarfeld
Mindestmengen, Vororderpreis und Preisrisiko
Vororderkonditionen hängen in der Regel an einer Menge: an einer Mindestmenge je Artikel, an einem Mindestwert für die gesamte Vororder oder an einer Staffel, die den Rabatt mit dem Volumen steigen lässt. Shopware CE kennt je Artikel eine Mindestabnahme. Wird sie nicht erreicht, lässt sich der Artikel nicht in den Warenkorb legen (Shopware-Dokumentation). Dazu kommen Kaufschritte, etwa eine Staffelung von 2, bei der Kunden 2, 4, 6 und so weiter, aber nicht 1, 3 oder 5 Stück bestellen können (Shopware-Dokumentation), und eine Höchstmenge je Bestellung.
Für die Vororder reicht das nur teilweise. Die Mindestabnahme gilt je Artikel und dauerhaft, also auch dann, wenn der Händler in der Saison nachbestellt. Ein Mindestwert über die ganze Vororder, eine Mindestmenge je Sortiment oder eine Mindestmenge, die sich über mehrere Lieferwellen verteilen darf, kann der Shop erst mit einer Erweiterung prüfen. Wichtig ist, dass der Warenkorb diese Regeln sichtbar macht, statt die Bestellung beim Absenden abzulehnen: Welche Position liegt unter der Mindestmenge, wie viel fehlt bis zur nächsten Staffel, welche Kondition gilt bei der aktuellen Menge. Wie Gebinde und Mindestabnahme im B2B-Shop grundsätzlich funktionieren, zeigt der Beitrag zu Mengeneinheiten und Gebinden.
Der zweite Punkt ist der Preis. Eine Vororder legt Preise oft Monate vor der Lieferung fest, und derzeit bewegen sie sich deutlich. Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im September 2026 um 8,7 Prozent über dem Vorjahresmonat und stiegen allein gegenüber August um 1,9 Prozent (Destatis). Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im September 2026 um 6,7 Prozent über dem Vorjahresmonat; Gebrauchsgüter waren 2,2 Prozent teurer, Holz sowie Holz- und Korkwaren 7,1 Prozent (Destatis). Wer für Gartenmöbel, Hochbeete oder Bauholz im Herbst einen Festpreis für das Frühjahr zusagt, trägt dieses Risiko selbst.
Entscheiden Sie deshalb vor dem Start der Vororder, ob der Vororderpreis ein Festpreis ist oder ob eine Preisanpassung bis zur Lieferung möglich bleibt, und zeigen Sie das im Shop so an, wie es vereinbart ist. Ein Festpreis ist für den Händler das stärkere Argument, eine Anpassungsklausel muss vertraglich tragen und im Shop nachvollziehbar sein. Wie Sie neue Preise mit Gültigkeitsdatum frühzeitig im Kundenkonto zeigen, beschreibt der Beitrag zur Preisvorschau im Kundenportal.
Sammelauslieferung und Lieferwellen
Wenn alle Händler für dieselbe Saison bestellen, wird die Auslieferung zum Engpass. Es liegt nahe, die Vororderpositionen je Händler und Lieferwelle zu einer Sammelauslieferung zusammenzufassen: eine Sendung, ein Lieferschein und eine Rechnung je Welle, statt jede Position einzeln zu verschicken, sobald sie verfügbar ist. Das spart Fracht und Handgriffe, gerade bei Speditionsware wie Gartenhäusern, Fahrrädern im Karton oder Baustoffen auf Paletten.
Im Shop braucht das zwei Dinge. Erstens wählt der Händler die Lieferwelle je Position, und der Warenkorb zeigt zusammengefasst, was in welcher Welle kommt. Zweitens legt eine Regel fest, was bei Teilverfügbarkeit passiert: Wird die Welle zurückgehalten, bis alles da ist, oder geht sie mit Teilmengen raus und der Rest folgt? Diese Regel gehört in die Vororderbedingungen und in die ERP-Logik, nicht in eine Einzelfallentscheidung im Lager.
Mit der Sammelauslieferung kommt beim Händler viel Ware auf einmal an, und unter Kaufleuten gilt die Untersuchungs- und Rügepflicht: Der Käufer muss die Ware unverzüglich nach der Ablieferung untersuchen, soweit das nach ordnungsgemäßem Geschäftsgang tunlich ist, und einen Mangel unverzüglich anzeigen (§ 377 Abs. 1 HGB). Ein Lieferschein je Welle mit den Positionen der Vororder und eine Reklamation direkt aus dem Kundenkonto machen diese Prüfung für beide Seiten einfacher.
Änderungen bis zum Stichtag
Kaum eine Vororder bleibt so, wie sie im Herbst abgeschickt wurde. Der Händler sieht die Abverkäufe des Vorjahres, plant eine neue Filiale oder will das Wetter abwarten und möchte Mengen anpassen, Positionen ergänzen oder eine Welle verschieben. Der Hersteller braucht dagegen irgendwann verbindliche Zahlen, um Material zu bestellen und die Fertigung einzuplanen. Der Ausgleich ist ein Stichtag: Bis zu diesem Datum sind Änderungen im Kundenkonto möglich, danach ist die Vororder fest eingeplant. Damit das ohne Rückfragen funktioniert, zeigt der Shop an jeder Stelle, wo der Händler steht:
- Stichtag sichtbar im Warenkorb, in der Bestellübersicht und in der Bestätigungsmail, mit Datum und Uhrzeit.
- Änderungen am offenen Vororderauftrag im Kundenkonto: Menge ändern, Position ergänzen oder entfernen, Lieferwelle wechseln.
- Jede Änderung mit Zeitstempel und Nutzer, damit Innendienst und Außendienst nachvollziehen, wer was geändert hat.
- Neuberechnung von Mindestmenge, Staffel und Konditionen nach jeder Änderung, mit Hinweis, wenn eine Grenze unterschritten wird.
- Eine Erinnerung vor dem Stichtag an Händler mit offener oder unvollständiger Vororder.
- Nach dem Stichtag nur noch Änderungsanfragen, die der Innendienst freigibt, statt direkter Bearbeitung.
Wichtig ist die Reihenfolge der Systeme. Führt das ERP die Vororder schon ab dem ersten Absenden als Auftrag, muss jede spätere Änderung im Shop als Änderung dieses Auftrags ankommen, nicht als zweiter Auftrag. Einfacher ist es oft, die Vororder bis zum Stichtag im Shop zu sammeln und erst danach zu übergeben. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob die Fertigungsplanung schon vor dem Stichtag vorläufige Mengen braucht.
Übergabe ans ERP: Auftrag mit Wunschtermin
Am Ende muss die Vororder im ERP als das ankommen, was sie ist: ein Kundenauftrag mit eigener Auftragsart, Wunschliefertermin je Position und eigener Zahlungsbedingung. Nur dann plant die Disposition richtig, verschickt der Versand nichts vorzeitig und schreibt die Fakturierung die richtige Fälligkeit auf die Rechnung. Die Felder heißen in jedem ERP anders, der Inhalt ist in der Regel derselbe. Das Datenbeispiel zeigt eine mögliche Form der Übergabe.
{
"order_type": "PRE_ORDER",
"customer_number": "K-20417",
"order_window": "SPRING-2027",
"changes_until": "2027-01-15T23:59:00+01:00",
"payment_terms": "VALUTA_FROM_DELIVERY",
"lines": [
{ "sku": "HB-LARCH-120", "quantity": 12, "delivery_wave": "W1", "requested_date": "2027-02-15" },
{ "sku": "GT-CORDLESS-36", "quantity": 8, "delivery_wave": "W2", "requested_date": "2027-03-01" },
{ "sku": "BT-KIDS-2", "quantity": 6, "delivery_wave": "W3", "requested_date": "2027-04-01" }
]
}Drei Punkte sind dabei entscheidend. Der Wunschtermin steht je Position und nicht nur im Kopf, weil eine Vororder mehrere Wellen enthalten kann. Die Zahlungsbedingung kommt als Schlüssel, den das ERP kennt, und nicht als Freitext. Und die Übergabe muss wiederholbar sein: Ändert der Händler vor dem Stichtag noch etwas, ersetzt die neue Fassung die alte, statt einen zweiten Auftrag anzulegen. Wie solche Übergaben zwischen Shop und ERP aufgebaut werden, beschreiben wir auf der Seite zu Schnittstellen zwischen Shop und ERP.
Umgekehrt braucht der Shop Daten aus dem ERP zurück: den Status je Position, also eingeplant, in Fertigung, versandbereit oder geliefert, dazu die tatsächlichen Liefertermine und die Rechnung mit Valutadatum. Der Händler sieht damit im Kundenkonto, was aus seiner Vororder geworden ist, ohne beim Innendienst anzurufen. Im B2B-Kundenportal laufen diese Informationen zusammen.
Was Shopware CE mitbringt und was Individualentwicklung ist
Shopware CE bringt keine Vororder-Funktion mit. Einige Bausteine sind im Standard vorhanden und lassen sich nutzen, alles, was die Vororder als Ablauf ausmacht, entsteht als Erweiterung. Die Tabelle trennt beides.
| Baustein | Im Standard von Shopware CE | Für die Vororder zu entwickeln |
|---|---|---|
| Termin | Erscheinungsdatum je Artikel als Hinweis, Artikel vorher kaufbar | Bestellfenster mit Beginn und Ende, Liefertermine und Wellen je Artikel |
| Warenkorb | Mindestabnahme, Kaufschritte und Höchstmenge je Artikel | Liefertermin je Position, Mindestwert und Mindestmenge je Sortiment |
| Lieferzeit | Lieferzeit am Artikel oder an der Versandart | fester Liefertermin statt Zeitraum ab Bestellung |
| Zahlung | Verfügbarkeit von Zahlungsarten über Regeln | Valuta als Zahlungsbedingung mit Fälligkeit je Auftrag |
| Änderungen | kein Standardbaustein | Bearbeitung offener Vororders im Kundenkonto bis zum Stichtag |
| ERP | Bestellungen über die API abrufbar | Auftragsart Vororder, Wunschtermin je Position, Rückmeldung des Status |
Ein Baustein wird leicht übersehen: Der Rule Builder kennt Bedingungen wie einen Datumsbereich oder eine Position mit Erscheinungsdatum (Shopware-Dokumentation), und Regeln können steuern, welche Zahlungsarten verfügbar sind (Shopware-Dokumentation). Damit lässt sich zum Beispiel eine Zahlungsart mit Valuta nur dann anbieten, wenn eine Position mit Erscheinungsdatum nach einem bestimmten Tag im Warenkorb liegt. Fälligkeitsdatum, Bestellfenster und ERP-Übergabe ersetzt das nicht, aber es verkleinert den Teil, der neu zu programmieren ist. Wie wir solche Erweiterungen auf Shopware CE bauen, warten und bei Updates mitziehen, beschreibt die Seite zur Shopware-Entwicklung.
Fahrplan für die nächste Vororderrunde
- Konditionen festlegen: Bestellfenster, Lieferwellen, Mindestmengen, Vororderrabatt, Valuta und Stichtag je Saison, abgestimmt zwischen Vertrieb, Buchhaltung und Logistik.
- Saisonartikel kennzeichnen: welche Artikel in die Vororder gehören, mit Lieferterminen je Artikel und einer Regel für den Verkauf nach dem Ende des Bestellfensters.
- ERP-Seite klären: Auftragsart, Feld für den Wunschtermin je Position, Schlüssel für die Valuta-Zahlungsbedingung und Umgang mit Änderungen bis zum Stichtag.
- Freigaben regeln: welche Händler Vororders mit Valuta bestellen dürfen, mit Kreditlimit und Bonitätsprüfung vor der Bestätigung.
- Shop erweitern: Vororderbereich im Kundenkonto, Liefertermin je Position, Prüfung der Mindestmengen, Bearbeitung bis zum Stichtag und Sammelauslieferung je Welle.
- Mit Pilothändlern testen: eine Runde mit wenigen Händlern, Vergleich mit dem bisherigen Formular, danach Einladung aller Händler zum nächsten Bestellfenster.
Bei Saisonsortimenten entscheidet der Zeitpunkt. Wer die Vororder für das Frühjahr im Shop anbieten will, sollte den Ablauf vor dem Start des Bestellfensters fertig haben, nicht mittendrin. Läuft die aktuelle Runde schon über Formulare, ist sie eine gute Gelegenheit, Anforderungen zu sammeln: Welche Rückfragen kommen, welche Fehler entstehen beim Abtippen, welche Änderungen treffen nach dem Stichtag ein. Aus dieser Liste entsteht das Pflichtenheft für die nächste Saison.
Wie wir Vororder im B2B-Shop umsetzen
Wir bauen Vororder-Abläufe als Erweiterung auf Shopware CE, angebunden an Ihr ERP. Am Anfang steht ein Workshop zu Ihren Konditionen: Welche Bestellfenster, Wellen, Mindestmengen und Valuta-Regeln gelten heute, und wie bildet Ihr ERP sie ab? Daraus entstehen ein Datenmodell für Saisonartikel, eine Warenkorb-Logik mit Liefertermin je Position und eine Übergabe, die die Vororder als Auftrag mit Wunschtermin und Zahlungsbedingung im ERP anlegt.
Für Hersteller mit Vertrieb über den Fachhandel fügen wir die Vororder in ein B2B-Portal für Händler ein, in dem der Händler auch Nachorders, Rechnungen und Reklamationen findet. Für Großhändler mit Saisonsortiment, etwa im Baustoffhandel, verbinden wir die Vororder mit der laufenden Lagerware im selben Shop. Wenn Sie Ihre nächste Vororderrunde nicht mehr per Tabelle einsammeln wollen, sprechen Sie uns zu Ihrer Vororderrunde an. Wir sehen uns Ihr aktuelles Formular und Ihre ERP-Schnittstelle an und schätzen den Aufwand.
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Gegenüber Firmenkunden gilt § 305 Abs. 2 BGB nicht. Wie Sie AGB im B2B-Shop einbinden, Einkaufsbedingungen abwehren und die AGB-Fassung je Auftrag sichern.