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Strategie & Digitalisierung

Was kostet ein B2B-Shop? Budget für 2027 realistisch planen

Lizenzfreier Kern, aufwendige Details: Welche Kostentreiber das Budget eines B2B-Shops 2027 bestimmen, von Preislogik und ERP bis E-Rechnung und Betrieb.

19 Min. Lesezeit KostenB2B-ShopBudgetplanungShopware

Kurz und einfach erklärt

Dieser Text erklärt, was ein Shop für Firmen kostet. Shopware gibt es als freie Version. Für den Kern zahlen Sie keine Gebühr. Geld kostet die Arbeit am Shop.

Die Kosten teilen sich in Blöcke. Ein Block sind die Preise für jeden Kunden. Ein Block ist die Verbindung zum ERP. Das ERP ist das Programm für Lager, Aufträge und Rechnungen. Ein Block ist der Umzug der alten Daten. Ein Block ist der Betrieb nach dem Start.

Für das Jahr 2027 gibt es feste Termine. Viele Firmen müssen dann Rechnungen in einer Form schicken, die ein Computer lesen kann. Das heißt E-Rechnung. Auch eine alte Version der Sprache PHP bekommt bald keine Hilfe gegen Lücken mehr.

Alte Bestellungen und Rechnungen müssen Sie viele Jahre aufheben. Planen Sie dafür ein Archiv ein. Fragen Sie Ihre großen Kunden früh, wie sie bestellen wollen.

Wir helfen Ihnen, jeden Block zu planen.

Wer im vierten Quartal das Budget für 2027 aufstellt, bekommt auf die Frage nach den Kosten eines B2B-Shops meist eine Gegenfrage: Wie viele Kundengruppen, welches ERP, wie viele Artikel, welche Einkaufssysteme bei den Kunden? Das ist keine Ausflucht. Die Software selbst ist bei Shopware in der Community Edition lizenzfrei, sie steht unter der MIT-Lizenz (Shopware-Lizenzdatei). Das Geld fließt in die Arbeit rund um den Kern: Preislogik und Kundengruppen, die Anbindung an die Warenwirtschaft, die Übernahme der Altdaten, Punchout-Kataloge für Großkunden, die E-Rechnung und den Betrieb nach dem Go-live. Dieser Beitrag zerlegt das Budget in diese Blöcke, nennt die Fragen, die den Aufwand je Block bestimmen, und ordnet die Pflichttermine ein, die in jedes Budget für 2027 gehören: vom Ende der allgemeinen Übergangsregel für Papierrechnungen am 31. Dezember 2026 (§ 27 Abs. 38 UStG) bis zum Ende der Sicherheitspflege für PHP 8.2 am selben Tag (The PHP Group).

Das Wichtigste in Kürze

  • Shopware Community Edition steht unter der MIT-Lizenz und kostet keine Lizenzgebühr. Das Budget eines B2B-Shops entsteht in fünf Blöcken: Einrichtung, Preislogik und Kundengruppen, ERP-Anbindung, Datenübernahme und Betrieb.
  • Für Umsätze ab 2027 entfällt die Übergangsregel für Papier- und sonstige Rechnungen an inländische Firmenkunden, wenn der Vorjahresumsatz über 800.000 Euro lag (§ 27 Abs. 38 UStG). Bisherige EDI-Formate bleiben mit Zustimmung des Empfängers bis Ende 2027 zulässig.
  • Großkunden bestellen oft aus dem eigenen Einkaufssystem: 46,04 Prozent der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in der EU mit elektronischen Verkäufen erhielten 2024 Bestellungen per EDI (Eurostat). Jede Kundenanbindung braucht einen eigenen Posten mit Test.
  • Nach einem Systemwechsel bleiben Buchungsbelege acht Jahre und Handelsbriefe sechs Jahre aufbewahrungspflichtig (§ 147 Abs. 3 AO). Ein Lesearchiv für das Altsystem gehört deshalb ins Budget der Datenübernahme.
  • Die Sicherheitspflege für PHP 8.2 endet am 31. Dezember 2026, für PHP 8.3 am 31. Dezember 2027 (The PHP Group). Der Versionswechsel samt Test gehört als fester Posten ins Betriebsbudget 2027.
  • Datenverarbeitung und Hosting wurden im 2. Quartal 2026 um 1,4 Prozent teurer, Software und Softwarelizenzen um 1,1 Prozent, Softwareentwicklung um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (Destatis). Laufende Posten brauchen einen Aufschlag je Block.

Lizenzfreier Kern, individueller Aufwand

Ein B2B-Shop auf Shopware beginnt mit einer Entscheidung, die das Budget entlastet: Die Community Edition ist Open Source und steht unter der MIT-Lizenz, die Nutzung, Änderung und Weitergabe ohne Lizenzgebühr erlaubt (Shopware-Lizenzdatei). Eine jährliche Softwaremiete für den Kern fällt damit nicht an. Was ein Shop kostet, hängt deshalb nicht an einer Preisliste des Herstellers, sondern an der Frage, wie viel Arbeit zwischen dem Standard und Ihrem Geschäftsmodell liegt.

Im B2B ist dieser Abstand größer als im Endkundenhandel. Geschäftskunden erwarten ihre ausgehandelten Preise, mehrere Besteller unter einem Firmenkonto, den Kauf auf Rechnung, Lieferzeiten aus dem Lager und ihre Belege im Kundenkonto. Jede dieser Erwartungen hat eine Datenquelle, meist das ERP, und jede Datenquelle braucht einen Weg in den Shop. Hinzu kommen Termine, die nicht Sie bestimmen: der Umstieg auf die E-Rechnung, das Ende der Sicherheitspflege einer PHP-Version, die Einkaufssysteme Ihrer Großkunden.

Welche Rolle Open Source im B2B spielt und welche Funktionen die Community Edition mitbringt, beschreibt der Beitrag Shopware für B2B mit Open Source. Dort geht es um Technik und Gesamtkosten aus Projektsicht. Hier geht es um die Budgetzeile: Was gehört hinein, was treibt sie nach oben, und wann im Jahr 2027 fällt welcher Posten an?

Was der Shop tragen soll: der Umsatzanteil als Maßstab

Bevor eine Zahl im Budget steht, lohnt die Frage, welchen Teil des Geschäfts der Shop künftig abwickeln soll. Die europäische Statistik zeigt, wie unterschiedlich elektronische Bestellwege genutzt werden: Unternehmen in der EU mit mindestens 10 Beschäftigten erzielten 2024 19,49 Prozent ihres Gesamtumsatzes über elektronische Verkäufe (Eurostat). Davon entfielen 8,39 Prozent des Gesamtumsatzes auf Websites und Apps und 11,07 Prozent auf EDI-Nachrichten, also den automatischen Austausch von Bestelldaten zwischen den Systemen von Käufer und Verkäufer (Eurostat).

Für den B2B-Shop ist die Aufteilung innerhalb der Web-Verkäufe aufschlussreich: 4,34 Prozent des Gesamtumsatzes stammten aus Web-Verkäufen an andere Unternehmen und Behörden, 4,04 Prozent aus Web-Verkäufen an Privatkunden (Eurostat). Geschäftskunden kaufen also bereits in nennenswertem Umfang über Websites ein, der größere Teil des elektronischen Volumens läuft aber über Systemkopplungen. Für das Budget folgt daraus: Ein Shop, der nur die Website abdeckt, erreicht einen Teil der Kunden. Wer Großkunden mit eigenen Einkaufssystemen bedient, plant Punchout oder EDI von Anfang an mit.

Für die eigene Planung hilft eine einfache Rechnung mit eigenen Zahlen: Welcher Umsatz läuft heute über Telefon, Fax und E-Mail, welcher Anteil davon soll in zwei Jahren über den Shop kommen, und was kostet die manuelle Erfassung eines Auftrags im Innendienst? Das Ergebnis ist kein Shoppreis, aber ein Rahmen, an dem sich die Budgetblöcke messen lassen. Diese Bewertung steht am Anfang unserer B2B-E-Commerce-Beratung, bevor eine Zeile Code entsteht.

Die fünf Budgetblöcke im Überblick

Ein B2B-Shop-Budget lässt sich in fünf Blöcke zerlegen, die in jedem Projekt vorkommen, nur in unterschiedlicher Größe. Ein sechster Block sammelt die Pflichtvorhaben, die 2027 unabhängig vom Shop anstehen. Die Blöcke helfen auch beim Vergleich von Angeboten: Steht ein Block in einem Angebot gar nicht, ist er nicht kostenlos, sondern fehlt.

Einrichtung

Installation der Community Edition, Theme nach Ihrer Gestaltung, Verkaufskanäle, Sprachen, Versand- und Zahlungsarten, rechtliche Seiten. Der Block, der sich am ehesten standardisieren lässt.

Preislogik und Kundengruppen

Kundengruppen, Staffelpreise, kundenindividuelle Konditionen, Firmenkonten mit mehreren Bestellern und Freigaben. Je mehr davon aus dem ERP kommt, desto enger hängt dieser Block am nächsten.

ERP-Anbindung

Artikel, Bestände, Preise, Kunden, Aufträge und Belege zwischen Warenwirtschaft und Shop. Richtung, Takt und Fehlerbehandlung bestimmen den Aufwand stärker als die Zahl der Felder.

Datenübernahme

Kunden, Konten, Bestellhistorie, Produktdaten und Adressen aus dem Altsystem, dazu Weiterleitungen für alte Adressen und ein Lesearchiv für aufbewahrungspflichtige Daten.

Betrieb

Hosting, Updates von Shopware und Erweiterungen, Wechsel der PHP-Version, Überwachung und Support. Der einzige Block, der jedes Jahr wiederkommt.

Pflichtvorhaben 2027

E-Rechnung für inländische Firmenkunden, Punchout- oder EDI-Anbindungen einzelner Großkunden und Fristen aus Verträgen mit Hosting- und Cloud-Anbietern.

Die Reihenfolge ist kein Zufall. Preislogik und ERP-Anbindung sind in B2B-Projekten in der Regel die größten Blöcke, weil sie von Ihren Konditionen und Systemen abhängen und sich kaum standardisieren lassen. Die Einrichtung ist dagegen der Block, bei dem Angebote am ehesten vergleichbar sind. Wer zwei Angebote nebeneinanderlegt, vergleicht deshalb zuerst, ob alle sechs Blöcke vorkommen, und erst danach die Summen.

Kundengruppen und Preislogik: ein Block mit großer Streuung

Kaum ein Block schwankt zwischen zwei B2B-Shops so stark wie die Preislogik. Ein Großhändler mit drei Kundengruppen und Staffelpreisen kommt mit den Bordmitteln der Community Edition weit: Kundengruppen, erweiterte Preise je Regel und Mengenstaffeln am Artikel gehören zum Kern. Ein Hersteller mit Tausenden kundenindividueller Konditionen, Jahresboni und tagesaktuellen Zuschlägen braucht dagegen eine eigene Preisquelle, die der Shop abfragt oder regelmäßig übernimmt.

  • Zahl der Preisebenen: Listenpreis, Kundengruppenpreis, Staffel, kundenindividueller Preis, Aktion. Jede Ebene braucht eine Regel, welche Ebene gewinnt, wenn mehrere zutreffen.
  • Ort der Berechnung: Werden Preise im Shop gespeichert und nachts übertragen, oder fragt der Shop sie im Warenkorb beim ERP ab? Die Abfrage ist aktueller, verlangt aber kurze Antwortzeiten und einen Ersatzweg, wenn das ERP nicht antwortet.
  • Firmenkonten: Mehrere Besteller unter einem Kunden, Rollen, Budgets und Freigaben. Je mehr Stufen eine Freigabe hat, desto mehr Fälle müssen getestet werden.
  • Preiswechsel: Neue Listenpreise zum Jahreswechsel, angekündigte Erhöhungen, befristete Konditionen. Wer sie vorab im Kundenportal zeigen möchte, braucht Gültigkeitsdaten an jedem Preis.

Gerade der letzte Punkt fällt in die Budgetplanung für 2027, weil viele Lieferanten ihre Preise zum Jahresbeginn anpassen. Gültigkeitsdaten an jedem Preis sind deshalb kein Komfort, sondern Teil des Umfangs. Was die Community Edition für Kundengruppen mitbringt und warum Firmenkonten mit mehrstufigen Freigaben eine Erweiterung oder eigene Entwicklung brauchen, beschreibt der Beitrag zu Kundengruppen, Rollen und Rechten; die Preismodelle in Shopware im Einzelnen erklärt der Beitrag zu B2B-Preislisten und Staffelpreisen.

Für die Schätzung ist ein schriftliches Preiskonzept vor dem Angebot der wirksamste Hebel: eine Seite mit allen Preisebenen, ihrer Herkunft und ihrer Rangfolge. Es kostet einen Workshop und erspart in der Regel mehrere Korrekturschleifen in der Umsetzung. Ohne dieses Papier kalkuliert jeder Anbieter mit einer anderen Annahme, und die Angebote sind nicht vergleichbar.

ERP-Anbindung: Richtung und Takt bestimmen den Aufwand

Die Anbindung an die Warenwirtschaft ist im B2B kein Zusatz, sondern die Voraussetzung dafür, dass Preise, Bestände und Aufträge stimmen. Ihr Aufwand hängt weniger am Namen des ERP als an drei Fragen: Welche Daten fließen in welche Richtung, wie oft, und was passiert, wenn eine Übertragung scheitert? Die folgende Tabelle ist eine Vorlage für die eigene Bestandsaufnahme.

DatenobjektTypische RichtungWas den Aufwand treibt
Artikel und ProduktdatenERP oder PIM zum ShopVarianten, Mengeneinheiten, Medien, Mehrsprachigkeit
Bestände und LieferzeitenERP zum ShopTakt, mehrere Lager, Zulauf aus Bestellungen
Preise und KonditionenERP zum ShopZahl der Preisebenen, Abfrage im Warenkorb
Kunden und Firmenkontenbeide RichtungenNeukunden aus dem Shop, Kundennummern, Adressen
AufträgeShop zum ERPPrüfungen, Sonderfelder, Rückmeldung des Status
Rechnungen und BelegeERP zum ShopBelegarchiv im Kundenkonto, E-Rechnungsformat

Wer die Tabelle für das eigene Unternehmen ausfüllt, hat den Umfang der Anbindung beschrieben. Die meisten Mehrkosten entstehen in der rechten Spalte: bei Sonderfällen, die im Alltag selten sind, aber jede Nacht verarbeitet werden müssen. Ein Budget, das Fehlerbehandlung, Protokolle und einen Testlauf mit echten Daten nicht enthält, ist in der Regel zu knapp. Dazu kommt der interne Anteil: Jemand im Haus muss die Felder des ERP erklären, Testfälle liefern und die Abnahme machen.

Wie die Datenflüsse im Detail aussehen und welche Architektur sich für welches ERP eignet, beschreibt der Beitrag zur ERP-Integration im B2B E-Commerce. Die Umsetzung bieten wir als eigene Leistung für Schnittstellen zwischen Shop, ERP und PIM an, auch für bestehende Shops, die bisher mit Dateiexporten arbeiten.

Datenübernahme und Altsystem: was mitzieht und was bleibt

Wer einen bestehenden Shop ablöst, zahlt nicht nur für den neuen, sondern auch für den Umzug. Kundenkonten, Adressen, Bestellhistorie, Produktdaten und Medien müssen übertragen, geprüft und abgeglichen werden, dazu kommen Weiterleitungen für jede alte Adresse, die in Suchmaschinen und Lesezeichen steht. Die Schritte einer Migration ohne Sichtbarkeitsverlust beschreibt der Beitrag zur Shop-Migration ohne Rankingverlust.

Ein Posten wird beim Umzug regelmäßig übersehen: das Altsystem selbst. Rechnungen sind Buchungsbelege, Bestellungen und Auftragsbestätigungen gelten in der Regel als Handels- oder Geschäftsbriefe, und beide unterliegen Aufbewahrungsfristen. Buchungsbelege sind acht Jahre aufzubewahren, empfangene Handels- oder Geschäftsbriefe und Wiedergaben der abgesandten sechs Jahre (§ 147 Abs. 3 AO). Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem das Dokument entstanden oder der Brief empfangen oder abgesandt worden ist (§ 147 Abs. 4 AO).

Wurden diese Unterlagen mit einem Datenverarbeitungssystem erstellt, darf die Finanzverwaltung bei einer Außenprüfung Einsicht in die gespeicherten Daten nehmen und sie maschinell auswerten lassen (§ 147 Abs. 6 AO). Nach einem Systemwechsel genügt es, die Daten nach Ablauf des fünften Kalenderjahres nach der Umstellung nur noch auf einem maschinell lesbaren und auswertbaren Datenträger vorzuhalten, sofern bis dahin keine Außenprüfung begonnen hat (§ 147 Abs. 6 AO). Ob das Altsystem dafür weiterläuft oder ein Lesearchiv die Daten übernimmt, ist eine Budgetentscheidung, die vor der Abschaltung fällt und mit der Steuerberatung abgestimmt werden sollte. Welche Belege je Art wie lange aufzubewahren sind und wie ein Archiv im Kundenkonto aussieht, beschreibt der Beitrag zum Belegarchiv im Kundenkonto.

Für den Umzug eines bestehenden Shops zu Shopware nennt unsere Leistungsseite zur Shop-Migration den aktuellen Einstiegspreis. Was eine B2B-Migration mit Kundengruppen und ERP-Anbindung im Einzelfall umfasst, steht nach einer Bewertung des Altsystems fest. Laufende Kosten für Hosting und Wartung sind darin nicht enthalten und gehören in den Block Betrieb.

Punchout und EDI: wenn das Einkaufssystem des Kunden mitbestellt

Großkunden bestellen häufig nicht über die Shopoberfläche, sondern aus ihrem eigenen Einkaufssystem heraus. Beim Punchout springt der Einkäufer aus dem Beschaffungssystem in Ihren Shop, stellt den Warenkorb zusammen und übergibt ihn zur Freigabe zurück. Bei EDI tauschen die Systeme Bestellungen, Bestätigungen und Rechnungen ohne Oberfläche aus. Wie verbreitet das ist, zeigt das verarbeitende Gewerbe: 46,04 Prozent seiner Unternehmen in der EU, die elektronisch verkauften, erhielten 2024 Bestellungen per EDI (Eurostat). Auch beim Umsatz liegt EDI dort vorn: Das verarbeitende Gewerbe erzielte 17,86 Prozent ihres Umsatzes über EDI-Verkäufe, der Handel einschließlich Kfz-Handel 10,51 Prozent (Eurostat).

Für das Budget heißt das: Jeder Großkunde mit Einkaufssystem ist ein kleines Integrationsprojekt. Das Protokoll, etwa OCI oder cXML, gibt der Kunde vor, ebenso seine Testumgebung und seinen Zeitplan. Kataloge mit kundenindividuellem Sortiment und Preis müssen aus denselben Daten kommen wie der Shop, sonst laufen zwei Preiswelten nebeneinander. Planen Sie je Kundenanbindung einen eigenen Posten mit Testphase ein, und fragen Sie die Einkaufsabteilungen Ihrer größten Kunden früh, ob und wann sie eine Anbindung erwarten.

Wie eine Punchout-Session abläuft und worauf es bei Sicherheit und Katalogen ankommt, beschreibt der Beitrag zu Punchout und OCI-Katalogen. Die Umsetzung in Shopware gehört zu unserer Leistung Punchout und OCI-Anbindung.

EDI hat 2027 zusätzlich eine steuerliche Seite: Für Umsätze im Jahr 2027 dürfen Rechnungen, die per EDI übermittelt werden, mit Zustimmung des Empfängers bis zum 31. Dezember 2027 noch in einem Format ausgestellt werden, das nicht den Vorgaben für E-Rechnungen entspricht (§ 27 Abs. 38 UStG). Danach muss auch der EDI-Weg die Anforderungen an eine E-Rechnung erfüllen. Wer EDI-Kunden hat, plant die Umstellung deshalb im Budget 2027 mit, auch wenn sie erst 2028 greift.

E-Rechnung 2027: der Pflichtposten zum Jahresbeginn

Für Rechnungen zwischen inländischen Unternehmen schreibt das Umsatzsteuergesetz die elektronische Rechnung vor. Gemeint ist eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und eine elektronische Verarbeitung ermöglicht (§ 14 UStG). Ein reines PDF ohne strukturierten Datensatz ist demnach keine E-Rechnung, sondern eine sonstige Rechnung (§ 14 UStG). Für das Ausstellen gelten Übergangsregeln, und die allgemeine davon läuft jetzt aus.

Die Übergangsregel, nach der Rechnungen noch auf Papier oder in einem anderen elektronischen Format übermittelt werden dürfen, gilt für Umsätze der Jahre 2025 und 2026, deren Rechnung bis zum 31. Dezember 2026 übermittelt wird (§ 27 Abs. 38 UStG). Für Umsätze im Jahr 2027 gilt sie nur noch, wenn der Gesamtumsatz des ausstellenden Unternehmens im Vorjahr nicht mehr als 800.000 Euro betragen hat (§ 27 Abs. 38 UStG). Ein B2B-Händler oberhalb dieser Grenze stellt also für Umsätze ab Januar 2027 Rechnungen an inländische Firmenkunden als E-Rechnung aus, soweit er nicht das EDI-Verfahren nutzt und keine gesetzliche Ausnahme greift.

Für das Shop-Budget entscheidend ist, wer die Rechnung erzeugt. Stellt das ERP sie aus, liegt der Hauptaufwand dort, und der Shop muss nur die strukturierte Fassung im Kundenkonto bereitstellen. Erzeugt der Shop die Rechnung selbst, braucht er ein Ausgabeformat nach der europäischen Norm, eine Prüfung vor dem Versand, eine Zustellung an die Adresse, die der Kunde für Rechnungen nennt, und eine Archivierung. Dazu kommen Stammdaten, die bisher niemand gepflegt hat: Leitweg-IDs öffentlicher Auftraggeber, Bestellnummern der Kunden je Position, die Empfangsadresse für E-Rechnungen.

Was die Pflicht im Detail verlangt und wie Shop und ERP sie gemeinsam erfüllen, beschreibt der Beitrag zur E-Rechnungspflicht in Shop und ERP. Die Umsetzung bieten wir als E-Rechnung im B2B-Shop an. Empfangen müssen inländische Unternehmen E-Rechnungen schon heute; die Pflicht zum Ausstellen ist der Teil, der im Budget 2027 einen festen Termin bekommt.

Betrieb: die Kosten nach dem Go-live

Der Betrieb ist der Block, der jedes Jahr wiederkommt, und deshalb der, der in einer Projektkalkulation am leichtesten verschwindet. Hosting, Sicherheitsupdates für Shopware und Erweiterungen, Überwachung, Datensicherung und Support sind laufende Posten. Ihre Preise entwickeln sich nicht im Gleichschritt: Im 2. Quartal 2026 lagen die Preise für Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Dienstleistungen 1,4 Prozent über dem Vorjahresquartal, die Preise für Software und Softwarelizenzen 1,1 Prozent (Destatis). Als Ursachen nannten die befragten Unternehmen neben allgemeinen Kostensteigerungen auch höhere Lizenzkosten (Destatis).

Ein Posten ist 2027 fest terminiert: die PHP-Version. Shopware läuft auf PHP, und die Sicherheitspflege für PHP 8.2 endet am 31. Dezember 2026, für PHP 8.3 am 31. Dezember 2027 (The PHP Group). Ein Shop, der zum Jahreswechsel noch auf PHP 8.2 läuft, erhält danach keine Sicherheitskorrekturen der Sprache mehr. Der Wechsel auf eine neuere Version betrifft den Server, den Shopware-Kern und jede Erweiterung, und er braucht einen Testdurchlauf der umsatzkritischen Abläufe. Wie ein Wartungsplan dafür aussieht, beschreibt der Beitrag zum Shopware-Upgrade auf 6.7.

Für Shops in Cloud-Umgebungen bringt 2027 eine Entlastung: Ab dem 12. Januar 2027 dürfen Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten für den Vollzug eines Anbieterwechsels keine Wechselentgelte mehr erheben (Art. 29 Data Act). Das betrifft Entgelte für den Wechsel selbst, etwa für die Datenextraktion. Entgelte für den laufenden Dienst sind keine Wechselentgelte, und Verträge mit fester Laufzeit bleiben zulässig (Data Act). Ausgenommen sind zudem Dienste, die auf einen einzelnen Kunden zugeschnitten sind und nicht über den Katalog des Anbieters angeboten werden (Art. 31 Data Act).

Für die Budgetzeile Betrieb heißt das: Hosting und Lizenzen von Erweiterungen mit einem Aufschlag in der Größenordnung der amtlichen Preisentwicklung planen, den PHP-Wechsel als eigenes Vorhaben ausweisen und Verträge mit Hosting- und Cloud-Anbietern vor einer Verlängerung auf Laufzeiten und Wechselbedingungen prüfen. Den laufenden Betrieb übernehmen wir als Wartung und SLA-Support für B2B-Shops.

Preisentwicklung: welcher Aufschlag ins Budget gehört

Für Leistungen, die 2027 eingekauft werden, liefert die amtliche Preisstatistik einen Anhaltspunkt. Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen insgesamt lagen im 2. Quartal 2026 um 3,7 Prozent über dem Vorjahresquartal (Destatis). Die IT-nahen Leistungen stiegen deutlich schwächer, wie die Tabelle zeigt.

Leistungsbereich (Destatis)Veränderung 2. Quartal 2026 zum VorjahresquartalPassender Budgetblock
Dienstleistungen insgesamt+3,7 %Vergleichswert
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Dienstleistungen+1,4 %Betrieb
Software und Softwarelizenzen+1,1 %Betrieb, Erweiterungen
Softwareentwicklung und -programmierung+0,8 %Einrichtung, Preislogik, ERP-Anbindung
IT-Beratung und Support+0,7 %Konzeption, Support

Die Werte sind Preisindizes, keine Prognose, und sie beschreiben den Durchschnitt über viele Anbieter. Für die Planung reicht diese Genauigkeit: Ein laufender Posten ohne jeden Aufschlag unterstellt, dass die eigenen Dienstleister ihre Preise 2027 nicht anpassen. Ein pauschaler Aufschlag in Höhe der allgemeinen Teuerung bei Dienstleistungen überschätzt dagegen die IT-Posten. Sinnvoll ist ein Aufschlag je Block, angelehnt an die passende Zeile.

Größer als jeder Preisindex ist in der Regel ein anderer Effekt: Umfang, der im Budget fehlt. Ein Block, der im Angebot nicht steht, kostet im Projekt mehr als jede Preissteigerung. Deshalb lohnt es, das Budget erst nach Blöcken vollständig zu machen und dann die Preisentwicklung aufzuschlagen.

Budget 2027 in Quartalen planen

Nicht jeder Posten fällt zum selben Zeitpunkt an. Eine Verteilung über die Quartale schützt vor dem Fall, dass ein Pflichttermin in ein Quartal fällt, in dem das Budget schon gebunden ist. Der folgende Plan ist ein Beispiel für einen Neubau mit Go-live im Herbst.

  1. Vor Jahresbeginn: PHP-Version prüfen und, falls noch 8.2 läuft, den Wechsel einplanen. Liegt der Vorjahresumsatz über 800.000 Euro, den Rechnungsweg für inländische Firmenkunden so umstellen, dass Rechnungen für Umsätze ab Januar als E-Rechnung ausgestellt werden.
  2. 1. Quartal: E-Rechnung im laufenden Betrieb mit den Kunden abstimmen, etwa Empfangsadressen und Bestellnummern; unterhalb der Umsatzgrenze die Umstellung bis zum Jahresende einplanen. Preiskonzept und Datenobjekte für den Shop schriftlich festhalten. Hosting- und Cloud-Verträge auf Laufzeiten und Wechselbedingungen prüfen.
  3. 2. Quartal: Einrichtung, Preislogik und ERP-Anbindung umsetzen, Testdaten aus dem ERP übernehmen, Großkunden mit Einkaufssystem nach ihren Anforderungen fragen.
  4. 3. Quartal: Datenübernahme mit Probeläufen, Weiterleitungen und Lesearchiv für das Altsystem. Punchout- oder EDI-Anbindungen der ersten Großkunden testen.
  5. 4. Quartal: Go-live außerhalb der umsatzstärksten Wochen, Betrieb übernehmen, EDI-Rechnungen auf das E-Rechnungsformat umstellen und das Budget 2028 mit gemessenen Zahlen aufstellen.

Bei einer Migration verschiebt sich der Schwerpunkt auf die Datenübernahme, bei einem bestehenden Shop auf Betrieb und Pflichtvorhaben. Die Reihenfolge bleibt dieselbe: erst die Termine, die nicht verhandelbar sind, dann der Umfang, dann der Rest.

Wo B2B-Shop-Budgets typischerweise reißen

  • Preislogik geschätzt statt beschrieben: Ohne schriftliches Preiskonzept wird der aufwendigste Block als Nebensache kalkuliert.
  • Fehlerbehandlung vergessen: Eine ERP-Anbindung, die im Normalfall funktioniert, ist erst die halbe Anbindung. Protokolle, Wiederholungen und Benachrichtigungen gehören in den Umfang.
  • Altsystem ohne Archiv abgeschaltet: Aufbewahrungspflichtige Daten müssen auswertbar bleiben. Ein Lesearchiv ist in der Regel günstiger als ein Altsystem, das jahrelang weiterläuft.
  • Großkunden zu spät gefragt: Punchout- und EDI-Anforderungen kommen sonst nach dem Go-live, wenn das Budget verbraucht ist.
  • Betrieb als Restgröße: Updates, PHP-Wechsel und Überwachung fallen jedes Jahr an. Ein Shop ohne Betriebsbudget veraltet, ohne dass es jemand bemerkt.
  • Interner Aufwand nicht gezählt: Fachabteilungen liefern Preiskonzept, Testfälle und Abnahmen. Diese Stunden stehen in keinem Angebot, aber im Kalender Ihrer Mitarbeiter.

Die Leistungen und Konditionen unserer Pakete stehen auf der Seite Preise. Für einen neuen B2B-Shop beginnen wir mit der Frage, welche der sechs Blöcke in welchem Umfang anfallen, und setzen ihn anschließend als Shopware-Entwicklung auf der Community Edition um. Funktionen, die der Kern nicht mitbringt, entstehen dabei in der Regel als eigene Erweiterung statt als zusätzliche Lizenz.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 329 vom 18. September 2026 zu den Erzeugerpreisen für Dienstleistungen im 2. Quartal 2026; Eurostat „E-commerce statistics“ (Erhebung 2025, Bezugsjahr 2024); Umsatzsteuergesetz (§ 14 und § 27 Abs. 38 UStG); Abgabenordnung (§ 147 AO); Verordnung (EU) 2023/2854 (Data Act, Art. 29 und 31); The PHP Group, „Supported Versions“; Lizenzdatei der Shopware Community Edition (GitHub). Die Angaben geben den Stand vom Oktober 2026 wieder und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung.

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